Startseite
Wir
Ausrüstung
Süßwasser II
Ostsee
Mittelmeer
Adria
Adria II
Adria III
Rotes Meer
Rotes Meer2
Aquarienbilder
AquarienbilderII
AquarienbilderIII
Links
Impressum
Literatur
Literatur 2
Gästebuch
www.my-unterwasserfoto.eu

Süßwasser

Haben Wasserstraßen und Seen für Wirtschaft und Transport erheblich an Bedeutung verloren, so erleben Flora und Fauna doch seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts endlich den Status eines halbwegs ausgewogenen Ökosystems. Die Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren führte auf Grund wirtschaftlicher Erwägungen zur regionalen Abwicklung der Braunkohlewirtschaft und Schließungen der Tagebaue, die in heutiger Zeit mit Flutungen in eine Gewässerlandschaft umgestaltet werden und zu einem Seenverbund verwachsen.
Schwerpunkt wird zukünftig in der Naherholung, dem Tourismus und der wassersportlichen Nutzung liegen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, eine Wasserfläche von ca. 120 Quadratkilometern zu erhalten, deren 13 Seen teilweise mit einander verbunden sind, erhöht sich damit auch die Stabilität des gesamten Ökosystems.
Ob der Auensee im Norden von Leipzig, der Karl-Heine-Kanal und der Elster-Saale-Kanal im Westen der Stadt, der Kulkwitzer See am Rande von Grünau, oder die Schönauer Lehmlachen, alle Gewässer stellen ein einzigartigen Lebensraum für ihre Bewohner dar.

Tagebau Zwenkau Steinbruch Amelshain Kulkwitzer See Elster-Saale-Kanal Elster-Saale-Kanal Zwenkauer Teiche Lindenauer Hafen Karl-Heine-Kanal Karl-Heine-Kanal
So konnten im Südraum von Leipzig und im Norden große Tagebaue der Braunkohlenindustrie rekultiviert werden. Sie gewinnen für Mensch und Tier immer mehr Bedeutung für einen größeren und gesünderen Lebensraum im ehemaligen Industriegebiet.

Trotz aller Euphorie sollte man auch die Schwierigkeiten des gesamten Projektes nicht außer Acht lassen. So schön auch neue Wasserlandschaften und Naturparks sind, sie sind kein Produkt der Natur, sondern einzig von Menschenhand geschaffene Seen, die nicht zwangsläufig mit der Natur harmonieren müssen. Im Norden Leipzigs müssen wir das am Beispiel des Auensees schon seit Jahrzehnten erleben. Erstmals begann die Wasserqualität in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts stark zu sinken, worauf ein Badeverbot und erste Rettungsmaßnahmen angeordnet wurden. Belüftungsanlagen wurden installiert und über Jahre im See betrieben, leider waren Leistung und Ergebnis in dem 12 ha großen Stillgewässer, welches keine eigene Zirkulation besitzt, nicht ausreichend. Vergangenes Jahr (2008) kam es nun doch zu dem fast völligen Zusammenbruch des ökologischen Systems Auensee. Fischsterben und ein totales Umkippen der Wasserwerte waren die Folge. Nun soll ein neuer Rettungsversuch den Auensee zu sauerstoffreicherem Wasser verhelfen. Hoffen wir auf ein gutes Gelingen, kann doch eine künstliche Beatmung auch schnell einmal in einer teueren Ersatzlösung scheitern.

Myriophyllum verticillatum Scardinius erytrophthalmus Myriophyllum verticillatum Myriophyllum verticillatum Myriophyllum verticillatum Scardinius erytrophthalmus Myriophyllum verticillatum Scardinius erytrophthalmus Myriophyllum verticillatum
Myriophyllum verticillatum Myriophyllum verticillatum Myriophyllum verticillatum Esox lucius Myriophyllum verticillatum Scardinius erytrophthalmus Esox lucius Scardinius erytrophthalmus Scardinius erytrophthalmus
Scardinius erytrophthalmus Myriophyllum verticillatum Scardinius erytrophthalmus Esox lucius Scardinius erytrophthalmus Scardinius erytrophthalmus Scardinius erytrophthalmus Rutilus rutilus ?? Esox lucius
Aber auch neue Projekte lassen in Leipzig aufhorchen. So wollen die Leipziger den Durchbruch des Karl-Heine-Kanal zum Lindenauer Hafen bis zum Jahr 2013 bewerkstelligen. Mit diesem Schritt, der aus damaligen wirtschaftlichen ( Verbindung der Plagwitzer Industrie über Wasserwege an die Nordsee) und nicht aus ökologischen Gesichtspunkten geplant war, soll dem Kanalsystem seine einstige Bedeutung wieder zurückgegeben werden. Heute, mit einer Modernisierung und Neuerschließung des Geländes, soll ein Landschaftspark mit Gaststätten, Rad- und Wanderwegen entstehen. So verbindet man einfach einmal 3 Gewä:sser unterschiedlichster Wasserqualitäten und sich unterscheidender Ökosysteme miteinander. Ob dies der Weisheit letzter Schluss ist, sei dahingestellt. Ist doch das Lindenauer Hafenbecken nie an eine externe Wasserversorgung angebunden gewesen. Jahrzehntelange benachbarte Industrie versorgten das Hafenbecken sogar mit reichlich Benzin und Öl, welches der Wasserqualität bestimmt seinen eigenen Garaus bereitet. Heute können wir noch die restlichen und verrotteten Anlagen zur Mineralöleindämmung sehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Natur uns ein weiteres Mal den Eingriff zur Förderung der Infrastruktur verzeiht.

Auensee Lindenauer Hafen Gewässersystem/Lützner Straße erste Planierungen in den Schönauer Lachen
Nur ein kleines Wassersystem, gespeist aus Grundwasser, begrenzt zwischen Lyoner Straße, der Lützener Straße, dem Hafenbecken und den Schönauer Lachen, versorgt das Hafenbecken mit zusätzlichem Grundwasser. Ein Durchstich würde das Wasserniveau im gesamten Gebiet nachhaltig beeinflussen und Veränderungen im gesamten Umfeld zur Folge haben. Schönauer Lachen und auch das Terrain angrenzend an den Schönauer Park bietet nicht nur sehr vielen Vögeln Schutz und Brutmöglichkeit, sondern sind auch Lebensraum für andere Tiere. Findige Unternehmer haben mit der Planierung von Flächen um die Schönauer Lachen leider schon begonnen und somit Gänsen, Reihern und Enten der Wohn – und Nistplatz genommen. Beim Stöbern durch das Internet stößt man dann auch schon einmal auf Vereine, die sich mit diesem Thema beschäftigen. So diskutieren und prämieren sie die Leistungen verschiedener Architektenbüros zum Thema „Touristischer Ausbau des Elster-Saale-Kanal“. Leider konnte ich auch hier keine Stellungnahme zum Thema „Umweltschutz“ finden. Nur eine Meinungsumfrage ( gestartet am 14.01.2009 ) enthielt eine Rubrik dazu, schade, aber sehr interessant. So wollten 63% aller Befragten den Ausbau für Sport- und Ausflugsschiffe um jeden Preis. 12% aller Befragten legten Wert auf gute Inliner- und Radwege entlang des Kanals, jedoch nur 25% aller Befragten wollten die voran gestellten Aufgaben unter Berücksichtigung des Naturschutzes verrichtet sehen. 1% war total dagegen. Ausgehend von dieser Erkenntnis, stellt man sich doch die Frage, haben wir immer noch nicht gelernt? Die Natur kann auf uns Menschen verzichten, wir jedoch nicht auf sie.

Raffinierte Schachzüge

Oder besser politische Schachzüge mit System, die wir in den heutigen Zeiten leider miterleben müssen oder dürfen. So „kämpfen“ doch einige Vereinigungen in Leipzig darum, die Motorisierung der Flüsse per Gesetz legalisieren zu lassen. Weiterhin setzt man sich für die Durchbrüche der Kanäle zum Lindenauer Hafen ein und will somit ein Wasserverbund im Leipziger Westen schaffen. Mit den Worten „Wir werden weiter mitmischen…..“ erlebt wahrscheinlich der Elster-Saale-Kanal damit sein deutliches AUS, als einzigartiges Biotop vor den Türen der Leipziger Stadt. Wer nun glaubt, folgende Bilder seien reine Fiktion, der dürfte nicht mehr all zu lange warten müssen.
Vorbei mit der Erholung am Kanalstrande, dem eben einmal schnellem Bade, der Naturbewunderung unter Wasser und dem all zu ruhigen Anglerglück an noch intakten Ufern. Bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von nur 3 m ist dann wohl das sprichwörtliche Mitmischen ganz groß an der Tagesordnung. Dann müssen auch hier die „Eulen des Landschaftsschutzes“ Benzinkanister und Schutzhelm tragen, im Rennen um einen touristisch, schnell verdienten Euro, mit ihrem Leben als Einsatz.